Was Lektor, Korrektor und Redakkteur machen

Lektorieren, korrigieren oder redigieren lassen – Sie haben die Qual der Wahl. Immer wieder erhalte ich Anfragen von Interessenten, die ihre Texte, Artikel, Beiträge gern auf Richtigkeit geprüft haben möchten. Doch die wenigsten wissen konkret, was ein Korrektorat und ein Lektorat beinhalten und was eigentlich eine Text-Redaktion davon unterscheidet. Bis jetzt …

Endlich fertig: Mit Erleichterung setzen Sie den Schlusspunkt ans Ende Ihres Dokuments. Jetzt fehlt nur noch der Profi-Gegencheck, und das gute Stück kann hinaus an die Öffentlichkeit. Damit Ihr Beitrag auch hundertprozentig überzeugt, möchten Sie einen entsprechenden Fachmann beauftragen. Also her mit der Webrecherche. Aber: Lektorat? Korrektorat? Redaktion? Was genau brauchen Sie denn eigentlich?

Rein formal: das Korrektorat

Ein Korrektor eliminiert formale Fehler. Konkret heißt das: Beim Korrektorat wird Ihr Text auf Flüchtigkeits- und Tippfehler geprüft, zudem bringt der Korrektor Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik auf Vordermann. Eine inhaltliche und stilistische Bearbeitung erfolgt hier nicht! Ein reines Korrektorat ist daher dann sinnvoll, wenn Ihr Beitrag sprachlich und inhaltlich bereits rund ist.

In der Regel sollte ein Korrektorat nach einem Lektorat und spätestens vor der Druckfreigabe bzw. Web-Veröffentlichung erfolgen. Haben Sie vorher schon lektorieren lassen, sind keine inhaltlichen und textlichen Änderungen mehr zu erwarten, und der Korrektor muss quasi nur noch die Fehler rauswerfen, die sich bis hierher durchgemogelt oder bei der weiteren Bearbeitung neu eingeschlichen haben (was übrigens völlig normal ist!).

Formal plus Inhalt plus Stil: das Lektorat

Ein Lektorat beinhaltet in der Regel ebenfalls die Optimierung von Orthografie, Zeichensetzung und Grammatik. Der Lektor setzt aber noch eins drauf: Er greift nämlich auch inhaltlich und stilistisch ein. Dabei prüft er unter anderem, ob Sie verständlich formuliert haben und ob die Tonalität des Artikels zur Zielgruppe passt. Ein Beispiel: Ist die Zielgruppe Ihres Beitrags zwischen 15 und 19 Jahren alt, sollten Sie einen anderen Stil wählen als für Kunden mittleren Alters. Logisch, aber manchmal nicht so einfach, wenn die passenden Formulierungen einem einfach nicht einfallen wollen. Ach ja, sind Sie eigentlich sicher, dass all die Fachbegriffe, die Sie eingebaut haben, Ihrer Zielgruppe auch bekannt sind? Gut, dass der Lektor hier nochmal gegencheckt.

Wortwahl, Formulierungen, Wiederholungen, unterschiedliche Schreibweisen eines Ausdrucks – Ihr Lektor kontrolliert auch dies, vereinheitlicht, macht Vorschläge und textet gegebenenfalls um. Darüber hinaus wird beim Lektorat gecheckt, ob der Text vernünftig und leserfreundlich strukturiert sowie sachlich korrekt ist. Dabei arbeitet der Lektor natürlich mit Ihrem hauseigenen Satzkatalog und immer mit Blick auf Ihre Zielgruppe. Tipp: Der „Satzkatalog“ ist die von Ihrem Unternehmen bevorzugte Terminologie, also etwa, ob Sie Ausdrücke wie „zum Beispiel“ abkürzen und wenn ja, wie Sie abkürzen (mit oder ohne Leerzeichen zwischen „z.“ und „B.“?), ob Sie Mengenangaben ausschreiben („Euro“ oder „€“?) usw.

Hat der Lektor das Manuskript begutachtet und alle Korrekturen, Änderungsvorschläge und Problempunkte wurden bearbeitet, hat Ihr Beitrag „Satzreife“, wie der Fachmann so schön sagt. Vielfach wird in diesem Zusammenhang auch von „Schlussredaktion“ gesprochen. Beides bedeutet das Gleiche, nämlich dass Ihr Text jetzt gelayoutet werden kann, wenn Sie dies wünschen.

Lektorieren lassen sollten Sie einen Erstentwurf, da hier inhaltliche und sachliche Unstimmigkeiten noch sehr gut aufgefangen werden können. Bitte schonen Sie die Nerven Ihres Grafikers und lassen Sie ein Lektorat nicht erst im letzten PDF vor dem geplanten Druck oder fünf Minuten vor der Veröffentlichung im Web durchführen. Schlimmstenfalls noch eine Vielzahl an Fehlern zu korrigieren, sorgt in der Grafikabteilung unter Garantie für wenig Begeisterung …

Umfangreicher Rund-um-Check: die Redaktion

Lassen Sie Ihren Beitrag redigieren, bekommen Sie das volle Programm rund ums Wort: Im Rahmen der Redaktion werden Texte auf Flüchtigkeits- und Tippfehler, korrekte Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik geprüft und inhaltlich, stilistisch und strukturell optimiert. Das kommt Ihnen alles bekannt vor? Richtig: Macht der Lektor auch alles. Bis hierhin unterscheiden Lektorat und Redaktion sich nicht, es ist also egal, ob Sie einen Lektor oder Redakteur mit diesen Aufgaben beauftragen. Tipp: Da verschiedene Lektoren und Redakteure unterschiedlich arbeiten, fragen Sie immer ganz konkret nach, welche Elemente der jeweilige Dienstleister begutachtet und welche Schritte er durchführt.

Darüber hinaus kann der Redakteur aber auch das Layout Ihres Textes begutachten. Sprich: Er wirft ein Auge auf Ihr Druck-PDF oder die Website und kontrolliert etwa, ob alle Worttrennungen und Anführungszeichen korrekt sind, Absätze und Zeilenabstände stimmen, die Seitenzahlen fortlaufend sind, das Inhaltsverzeichnis stimmt und Grafiken, Bilder und Tabellen sinnvoll platziert sind. In Verlagen nennt man diesen Schritt auch Herstellungsdurchlauf. Er macht vor allem Sinn, wenn ein Dokument bereits lektoriert und gelayoutet wurde, und kann mit einem Korrektorat kombiniert werden. Danach ist Ihr Dokument oder PDF in der Regel bereit für die Veröffentlichung.

Tipp: Bei Druckstücken wie Flyern, Anzeigen, Broschüren, Kunden- und Mitarbeitermagazinen, Artikeln für Fachzeitschriften und Magazinen etc. ist ein abschließender Herstellungsdurchlauf in Kombination mit einem letzten Korrektorat mehr als sinnvoll. Am Ende mehrere Tausend Exemplare Ihrer neuen Imagebroschüre in der Hand zu halten und direkt auf den ersten Seiten Fehler in Text und Layout zu finden, erfreut Ihren Wettbewerb und irritiert Ihre Kunden – vom eigenen Ärger und dem rausgeworfenen Budget mal ganz abgesehen …

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